Pistensicherungspflicht, Fangnetz, atypische Gefahren

OGH vom 19.02.2016, GZ 2 Ob 186/15i

Ein Pistenhalter hat nur atypische Gefahren zu sichern, also solche, die unter Bedachtnahme auf das Erscheinungsbild und den angekündigten Schwierigkeitsgrad der Piste auch für einen verantwortungsbewussten Schifahrer unerwartet oder schwer abwendbar sind. Das betrifft vor allem Hindernisse, die ein Schifahrer nicht ohne weiteres erkennen oder trotz Erkennbarkeit nur schwer vermeiden kann (RIS-Justiz RS0023417). Die Verpflichtung zur Pistensicherung erstreckt sich nach ständiger Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs auch auf den Pistenrand, weil mit dem Sturz eines Schifahrers über den Pistenrand hinaus jederzeit, also auch bei mäßiger Geschwindigkeit, gerechnet werden muss (6 Ob 638/87 ZVR 1988/158; 1 Ob 583/89, 6 Ob 661/94; 1 Ob 217/04z; je mwN). Atypische Gefahrenquellen sind daher auch dann zu sichern, wenn sie sich knapp neben der Piste befinden (1 Ob 217/04z; 2 Ob 284/06p). Es wurde in diesem Zusammenhang auch bereits mehrfach ausgesprochen, dass bei Schipisten, die bis auf wenige Meter an abbrechende Felsen, Steilflanken oder ähnliche Geländeformationen heranführen, eben wegen dieser jederzeitigen Sturzgefahr geeignete Schutzmaßnahmen zu treffen sind (1 Ob 401/97w; 1 Ob 41/00m; 8 Ob 26/03m; 1 Ob 217/04z).

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Pistenhalter, Pistensicherungspflicht, Pistenraupe

OGH: Haftung iZm Betrieb von Rodelbahnen (hier:Kollision mit Pistenraupe) GZ 2 Ob 132/15y,

Eine Pistenraupe ist zwar grundsätzlich kein fixes und starres Hindernis; durch das gleichzeitige Abfahren mit der Rodlergruppe blieb sie jedoch hier sehr wohl ein permanentes Hindernis – und überdies bestand die (sich letztlich auch verwirklichte) Gefahr, jederzeit und daher auch im steileren Bereich der vorliegend blauen Piste wegen einzelner Teilnehmer der Rodlergruppe erforderlichenfalls (fast) zum Stillstand kommen zu müssen und damit für die jeweils nachkommenden Rodler eine atypische Gefahr iSd dargelegten schweren Vermeidbarkeit trotz Erkennbarkeit des Hindernisses zu erzeugen; insoweit kann daher die Rsp zu den atypischen Gefahren auf Schipisten jedenfalls auch auf den hier konkret zur Beurteilung anstehenden Sachverhalt durchaus übertragen werden

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Skiunfall, Pistensicherungspflichten

Skiunfall, Pistensicherungspflichten

Wer beim Skifahren den besondern Kick sucht, sei gewarnt. Wenn etwas passiert, gibt es nicht immer einen Haftpflichtigen. Das zeigt ein aktuelles Urteil.Eine sehr gute Skifahrerin war auf einer mittelschweren (roten) Piste unterwegs. Sie fuhr in den von einer Schneekanone beschneiten Bereich. Dort befanden sich zwei Schneehügel. Diese waren aber wegen des Sprühnebels nur schwer zu erkennen. Den Sprühnebel selbst aber konnte die Frau bereits aus 100 m Entfernung erblicken. Es bestand für sie auch keine Notwendigkeit, sich in diesem Bereich zu begeben. Sie fuhr trotzdem mit etwa 40 bis 50 km/h hinein und stürzte über die Schneehügel. Für die erlittenen Verletzungen forderte die Frau sodann Schadenersatz vom Pistenbetreiber.Die Klage wurde abgewiesen. In der Begründung wurde angeführt, dass die beiden Hügeln keine atypischen Hindernisse darstellten, welche der Pistenbetreiber hätte sichern müssen.

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Skiunfall, Pistensicherungspflichten

Wer beim Skifahren den besondern Kick sucht, sei gewarnt. Wenn etwas passiert, gibt es nicht immer einen Haftpflichtigen. Das zeigt ein aktuelles Urteil.

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Schiunfall, wer ist schuld und was ist zu tun?

Haftungsgrundlage bei einem Skiunfall kann entweder eine mangelhafte Pistensicherung des Lift- und Pistenbetreibers oder ein rechtwidrig und schuldhaftes Verhalten eines anderen Pistenbenützers sein. Nach ständiger Rechtsprechung hat der Lift- und Pistenbetreiber atypische Gefahren die der Skifahrer nicht ohne weiteres erkennen und solche die er trotz Erkennbarkeit nur schwer vermeiden kann zu sichern. Weiterlesen